Julian von Blücher und Konstantin Nümann fuhren 2005 insgesamt 8000 Kilometer mit dem Fahrrad von Irkutsk in Sibirien bis Kalkutta in Indien. Höhepunkte: Der Baikalsee in Russland, die Wüste Gobi in der Mongolei und die oft über 5000 Meter hohen Himalaya–Pässe in China. Was Sie im Detail bei diesem Abenteuer erlebt haben, erzählen sie hier:
Motivation
"Uns reizt es, die Welt in ihrer wahren Größe zu entdecken, zu spüren und zu erobern. Auf einem Fahrzeug, das wir alleine aus eigener Kraft vorwärts bewegen. Unsere Fahrt soll nichts beweisen, nicht Reklame sein, keine Rekorde brechen. Es lockt uns ganz einfach, dieses Abenteuer zu wagen, mit Muße und wenig Mitteln ein Nomadendasein zu führen, der Natur, den Bergen und den Bewohnern unseres unglaublichen Planeten näherzukommen."
Vorbereitungen
"Ein besonderes Hindernis liegt darin, die ständig neuen organisatorischen Rückschläge zu verarbeiten. So verlangt das Generalkonsulat der Russischen Föderation eine Einladung, ohne die eine Einreise nicht gestattet ist. Normalerweise kann eine solche Einladung nur von einem russischen Verwandten mit zusätzlicher Genehmigung von mindestens zwei weiteren russischen Behörden erteilt werden. Erst nach einem Aufenthalt in St. Petersburg wurde bekannt, dass es auch Einreiseeinladungen über das Internet zu bestellen gibt. Die Preise verschiedener „Einlade-Anbieter“ variierten zwischen 60 und 30 Euro, zu zahlen per Kreditkarte oder Banküberweisung."
Training
"Auch sportlich versuchen wir uns durch intensives Training auf die extremen Belastungen vorzubereiten. Mit Hilfe eines Trainingsplanes trainieren wir seit vier Monaten nahezu täglich. Finnland, mit seinen extremen klimatischen Verhältnissen bei Temperaturen von zeitweise unter minus 30 Grad, hat eine perfekte Umgebung für Winter- und Kältetraining. Diese Art von Training hilft uns besonders bei der Vorbereitung auf die Strapazen in Sibirien und im Himalaya."
1. Etappe: Russland
Baikal - See und Region. Aller Anfang ist schwer. Großes Ausmisten nach ersten Höhenmetern. Warme Seen in Sibirien. Deutsch-Russische Begegnungen: zu Gast bei einer Russlanddeutschen Familie. Querfeldein durchs Chamar-Daban-Gebirge. Einem Bären auf der Spur. Ankunft am Tamintschinski Kloster. Buddhismus am Gaensesee. Einblicke in das Leben eines Lamas. Schlammschlacht. Rückenwind trägt uns vor die Tore der Mongolei. Besoffene russische Offiziere und ein zwielichtiges Hotel. Kilometerstand: 590
2. Etappe: Mongolei
Grenzübergang. Zelten in den Weiten der Taiga. Auf zum Dschingis. Richtung Wüste. Ulaan Baatar. Steppe. Gobi. The Camel is watchin' ya. Hagel in der Wüste - keine Fatamorgana. Saynshand, ab hier nur noch mit GPS! Sand, so weit das Auge reicht. "Where the **** is China?" Verwachsen mit Drahtesel und Wüstensand. Russische Trucks an der chinesische Grenze. Kilometerstand: 1642
3. Etappe: China
Back to Civilisation. Nach dem Boom der Doom? Auszeit mit Peking-Ente. Forbidden City. Sommerpalast ...und jede Menge Chinesen. Von Beijing über den Gelben Fluss gen Westen. Zurück in die Schule. Schlammschlacht die Zweite. "Schnick, schnack, schnuck: Schwimmen, Radeln oder Rasten". Die Invasion der Enklish Teachels. English Teacher – Disneyland. Nachgegeben wird nicht. Zurück in die Wüste. Bergfest. Eigenheimzulage? Pendlerpauschale? Lanzhou. Ausritt mit Lokalmatadoren. Kilometerstand: 4565
4. Etappe: Historisches Tibet
Die entlegene Provinz Qinghai. Xining. Qinghai Hu (größter See Chinas). Tibetische Pilger. Caka Yan Hu (Salzsee). Adrenalin, Endorphine und sonstige Glücksstoffe. Dulan. Wasserknappheit. never ending desert. 180 Grad Winddrehung. Whirlpool in Golmud. Den eigenen Akku aufladen. Die Hochebene Qinghais. Höhenluft. Selbstreinigung mit Blutegeln. Dach der Welt. Tanggula Pass (5247 m) - das nördliche Tor nach Tibet. gemütlich aber zielstrebig. Nam Tsu - See des Himmels. Höchstgelegener See der Welt (4718 m). Yaks und tibetische Nomaden. Yangbajing - heiße Quellen. Das geistige Zentrum Lhasa. Das Rotmützen Kloster Tsurphu. Täglich Brot der Mönche. Potala - das Wahrzeichen. Jokhang - Hauptheiligtum Tibets. Gelbmützen in Drepung und Sera. König der Berge. Chomolungma (Mount Everest, 8851 m). Die "Freundschafts- Schnellstrasse". Kilometerstand: 7134
5. Etappe: Nepal
Auf dem Friendship Highway ins Königreich. 4600 Höhenmeter in die Tiefe - vom Schnee in die Tropen. Neue Düfte. Linksverkehr. Naya Kanga (5844 m) – Trekken und Bergsteigen im Lang Tang. Interessante Quelle auf Spiegel online zu Tibet. Eine Woche mit Rucksack auf den Beinen. Lawinengefahr. Wertvolle Erfahrungen und Zukunftspläne
Kilometerstand: 7360
6. Etappe: Indien
Abenteuer öffentliche Verkehrsmittel. Kalkutta steht unter Wasser. Abschiedsgeschenk am letzten Abend: ein Cocktail aus Shigellen und Salmonellen. Trautes Heim, Glück allein...? Wiederkehr aus Indien. Kilometerstand: 8000





